Focusing

„Fokussiert zu sein auf das, was ist“, ist die kürzeste Definition von „Focusing“. Gemeint ist nicht eine verkrampfte, anstrengende Konzentration auf ein konkretes Detail oder eine Analyse.
Es geht vielmehr um eine besondere Wachheit auf einen Ausschnitt des Lebens.

Focusing ist eine besondere Art des inneren Zuhörens, das viele Menschen nicht kennen. Das ist überraschend, weil es…

  1. durch eine klare Herangehensweise leicht erlernbar ist.
  2. ohne weitere Hilfsmittel jederzeit anwendbar ist.
  3. für alle Lebens-Situationen geeignet ist, die nicht allein durch Nachdenken zu lösen sind.
  4. in 30-50 Minuten erste, von innen spürbare Lösungsschritte zeigt.

Focusing ist jene Zeit, mit der man mit etwas verweilt, das noch nicht klar ist, aber konkret im Körper zu spüren ist. Dieses „Etwas“, das „Schongefühlteabernochnichtgewusste„, ist zu Beginn meist vage. Klar ist nur, dass es mit irgendetwas im Leben zu tun hat. 

Focusing ist unauffällig aber höchst wirksam...

Gene Gendlin, der bescheidene Begründer

Focusing wurde von einem Österreicher, Gene Gendlin, auf Grundlage von Studien auf der Universität von Chicago in den 1950-er Jahren entwickelt.

Die Leistung von Gendlin bestand und besteht vor allem darin, die Aufmerksamkeit weg vom (mehr oder weniger) guruhaften Therapeuten hin zum stotternden, nach Worten ringenden Kunden oder Klienten zu bringen. Er konnte nachweisen, dass je klarer und verkopfter ein Anliegen gebracht wurde, umso weniger nachhaltig konnte es gelöst werden.

Nicht das Wissen bringt Sie Ihrer gewünschten Änderung näher, sondern die Akzeptanz von dem, was im Moment in Ihnen wahrnehmbar ist.

Das kann ein Stechen im Bauch, eine Schwere in der Schulter, „etwas komisches im Brustraum“, und vieles mehr sein. Es erscheint beim ersten mal Focusing  dem Kunden oft peinlich vage. Das ist ein gutes Zeichen für den weiteren Verlauf!

Die Aufmerksamkeit ist sowohl bei mir in der Begleitung als auch bei Ihnen auf innere Prozesse und Phänomene gerichtet.

Focusing bedeutet für Sie ...

Radikales annehmen von dem, was sich gerade zeigt. Stille. Staunen, was sich verändert.

Fragen wie…:

  • „Und wie ist es gerade jetzt (in Ihrem Körper)?“
  • „Wo nehmen Sie das, was Sie mir gerade erzählt haben, körperlich wahr?“
  • „Ah, hier bei den Schlüsselbeinen,….wie ist es genau dort?“
  • „Nehmen Sie sich noch 1-2 Minuten Zeit und verweilen Sie dabei.“

…weisen auf ein focusingorientiertes Gespräch hin. Wir sind mit Kopf und Körper geboren. Warum nicht beide nutzen?

Focusing hilft immer ...

Können Sie sich vorstellen, dass Ihr bester Berater (oder die beste Beraterin) 24h/Tag für Sie verfügbar ist? Das noch dazu kostenlos.
Diese Ressourcen sind Ihnen angeboren. Das Vorgehen ist erlernbar, um innere Klarheit zu bekommen.

oder: Wir lesen in einem Buch oder einer Suchmaschine nach, wenn wir nicht mehr weiter wissen. Es sollte auch selbstverständlich werden, dass wir Focusing anwenden, wenn wir in einer belastenden, fordernden Situation sind.
Wir suchen nach dem Unklaren. Die Suchmaschine nach dem Klaren. Nutzen wir beides!

  • 1/3 aller Menschen sind Naturtalente für Focusing (und allem, was mit körperlicher Wahrnehmung zu tun hat)
  • ein weiteres Drittel aller Menschen kann durch Training Focusing gut erlernen
  • das letzte Drittel findet zu Focusing (und allem, was mit körperlicher Wahrnehmung zu tun hat) keinen Zugang.

Weiterführende Informationen:

Entstehungsgeschichte und Focusing Erlernen: DAF-Deutsches Ausbildungsinstitut für Focusing
Die gesellschaftliche Bedeutung wird über die amerikanische Homepage deutlicher: Focusing Institute New York
Als Erstlektüre ist das Buch von Ann Weiser Cornell zu empfehlen: Der Stimme des Körpers folgen